Wie Animal Balance entstanden ist:
Seid meinem 14. Lebensjahr arbeite ich mit verhaltensgestörten und problematischen Hunden im Freiburger Tierheim. (siehe verschiedene Presseberichte)
Selbst vorbelastet durch unseren eigenen Hund wurde aus dieser Faszination meine Berufung, schließlich mein Beruf und Lebensaufgabe. Viele namhafte Therapieformen, wie z. Bsp. unter anderem Tellingtion Touch, Calming signals, Rettungshundearbeit habe ich mir mit der Zeit angeeignet.
Die Erfolge waren für mich nicht immer zufriedenstellend, daher entschloss ich mich im November 2002 das Internationale Hundesymposium bei Animal Learn am Chiemsee zu besuchen. Ein Referat über Angst und Aggressionsverhalten hat mich zu folgender Überlegung veranlasst: Die Referentin arbeitete selbst neuen Jahre lang am panischen Angstverhalten ihres eigenen Hundes. Meine Frage war, wie kann ich einem Hundebesitzer und seinem Liebling so einen langen Lernprozeß
überhaupt zumuten? Und viele Hundebesitzer resignieren ja bereits nach wenigen Wochen des Hundetrainings, wenn kein Erfolg absehbar ist.
Völlig frustriert fuhr ich nach dieser Erfahrung nach Hause. Zwei Tage später kam eine befreundete Kinesiologin, Stefanie Maurer mit ihrem Hund Lucky zu einer Trainingsstunde zu mir. Ich erzählte ihr von meiner Erfahrung und Enttäuschung, die ich in dem Symposium gesammelt hatte und der Tatsache, dass es scheinbar nicht wirklich etwas kurzfristig effektives gegen das Angst-Aggressionsverhalten und reinem Angstverhalten bei Hunden gibt. Kaum hatte ich zu Ende erzählt entgegnete Stefanie voll Freude: "Ich habe gerade an diesem Wochenende für meinen Mann zum dem Thema übersetzt, wie der Mensch bei Angst und Aggression etc. sein System wieder ins Gleichgewicht bekommt." Es sprudelte nur so aus ihr heraus.
Was schon am Tier erprobt wurde und beim Menschen bereits seid 1993 mit Erfolg angewendet wird, müsste sich doch auch in diesem Fall bei Säugetieren wieder übertragen lassen.
Gesagt, geplant und getan. Ich war überglücklich und voller Vertrauen.
Eine Woche später stand das Konzept. Problematische, ängstliche und angstaggressive Hunde hatte ich jede Menge, die Warteliste wurde ziemlich lang. Sechs Monate vergingen und wir hatten die schwierigsten Fälle meiner Laufbahn therapiert. Zeitweise warennur 3-5 Sitzungen notwenig um ein Problem gelöst zu haben. 8 Sitzungen waren unserer hartnäckigster Fall. Einige dieser Beispiele führe ich noch anschließend auf. Stefanie Maurer trainierte ein Jahr mit mir diese bestimmte Techniken der Kinesiologie. Außer der Arbeit mit Hunden und Pferden möchte ich mich nun auch auf die Phobien der Menschen spezialisieren. Es macht mir so viel Freude Gutes zu tun und hoffe das Geschenk, das mir gegeben wurde weitergeben zu können.
Hier habe ich einige Fälle dokumentiert:
Die Geschichte von Bambi, einem Pferdemädchen
Eines Abends rief mich meine Tierärztin und Freundin Barbara Kwiatkowski an. Ihre Hufpflegerin hatte von dem traurigen Fall Bambi gehört, Bambi solle am nächsten Tag eingeschläfert werden. Da wir auch Barbara´s Pferde in unser Therapieprogramm aufgenommen hatten und nach nur zwei Sitzungen schon grossen Erfolg hatten war sie überzeugt wir wären die letzte Chance. Am darauf folgenden Tag besuchten wir das Pferd. Es war wirklich traurig. Tierquäler hatten dem armen zutraulichen Tier Säure ins Maul gespritzt. Die Tierärzte konnten einen Teil der Zunge retten. Man hatte jedoch beschlossen sie dann doch besser einzuschläfern, da sie panische Angst vor allem entwickelt hatte und sie oft einfach umfiel weil sie aus lauter Angst keine Luft bekam. Auch ihren Kopf konnte sie weder heben noch senken. Sie stand einfach nur da und wollte in ihrer Box bleiben. Bereits nach der ersten Sitzung war Bambi so gefestigt, dass sie in einen offenen Stall verlegt werden konnte. Auf diese Weise konnte sie zumindest wieder Kontakt zu ihren Artgenossen und zur Außenwelt aufnehmen. Das machte Mut weiter zu machen. Wir hatten festgestellt, dass das Zungenbein und der Atlaswirbel verschoben waren, die Nackenmuskulatur war völlig verkrampft. Mit zwei bis drei Handgriffen aus der Technik war das Problem zwar gelöst nur Bambi hatte schon drei Monate diese steife Kopfhaltung eingenommen, wodurch sich die Bänder verkürzt hatten.
Also hieß es üben: Kopf anheben und senken, bis Bambi die Angst verloren hatte und merkte, es ist gar nicht mehr so schlimm. Nach fünf Wochen und fünf Sitzungen konnte Bambi wieder auf die Weide zu den anderen Pferden gebracht werden. Wenn ihr Stall offen stand besuchte sie auch ihre Artgenossen. Sie musst ja schließlich zeigen, wie gut es ihr wieder geht. Es sind und 6 Monate vergangen und Bambi kann langsam wieder in Beritt genommen werden.
Ihre Besitzer wollten Bambi einfach genügend Zeit lassen sich wieder zu erholen. Schließlich ist sie erst sieben Jahre alt und hat noch ihr ganzes Leben vor sich. Bambi hat einen festen Platz in unserem Herzen.
Die Geschichte von Tarem, einem Tibetspaniel mit dem stolzen Alter von 16 Jahren
Eine achtzig jährige Dame kam mit ihrem 16 Jahre alten Hund Tarem zu mir in die Hundeschule. Sie war sehr traurig dass sich ihr Hund von ihr nicht mehr bürsten ließ und sie hatte überhaupt den Eindruck, er mochte sie nicht mehr. Laufen wollte er auch nicht mehr gerne, er war einfach alt und am Leben nicht mehr interessiert. Wegen seinem Zahnstein mußte er zum Tierarzt. Die Ärztin konnte ihm kaum helfen, da er eine panische Angst vor ihr hatte und bereits eine regelrechte Tierarztphobie entwickelt hatte. Barbara Kwiatkowski verwies die Dame und Tarem dann an uns, sie hatte grosse Bedenken den alten Hund diesem Stress aus zu setzen. Bereits nach zwei Therapiesitzungen war die Phobie beseitigt,
Tarem wollte sich jedoch immer noch nicht von seinem Frauchen bürsten lassen. Also entschlossen wir uns einen gemeinsamen Spaziergang zu unternehmen um vielleicht eine Möglichkeit zu finden weiter zu helfen. Schnell war klar,
dass der Hund und seine Besitzerin keine gemeinsame Sprache hatten. Der Hund verstand die Frau nicht und die Frau ihren Hund nicht. Das war das ganze Problem seid 16 Jahren. Es war eigentlich nicht viel zu tun. Ich erklärte der Frau, wie der Hund denkt, dass er eine eigene Sprache besitzt und gewisse Regeln, wie z. Bsp. Einhalten der Rangordnung unablässig sind. Schließlich sind diese Regeln dem Hund ja angeboren. Die Dame las das Buch "Die Beschwichtigungssignale der Hunde von Turid Rugas und Stress bei Hunden des Animal Learn Verlags. Zu dem lernte sie auch die Rangregeln einzuhalten. Nach bereits zwei Wochen nahm die Beziehung eine positive Wende. Sie durfte ihn wieder anfassen und auch das Bürsten war kein Problem mehr. In dem Fall Tarem war beides sehr wichtig: Die Therapiestunden, die ihn aus seiner Panik holten und auch das neue Verständnis seiner Besitzerin für den richtigen Umgang mit Hunden führten letztendlich zu diesem schönen Erfolg. Es machte uns sehr glücklich noch in diesem Fall viel bewirkt zu haben, obwohl wir anfänglich glaubten bei diesem betagtem Hund nichts mehr verändern zu können.
Die Geschichte von Laila, einer Hündin, die durch Inzucht taub zur Welt kam .
Heike ist eine ehemalige Klassenkameradin und hatte mit ihrer Hündin Laila schon unseren Welpenunterricht besucht. Damals ahnten wir bereits, dass diese Hündin nicht einfach sein würde. Trotz Behinderung ihrer Taubheit macht ihr das Lernen grossen Spaß. Im Alter von 12 Monaten jedoch veränderte Laila sich abrupt. Ihre Nerven lagen blank, sie zeigte Aggressionsverhalten gegenüber ihrem Besitzer und Besuchern, die nach Hause kamen. Sie lag meist unter dem Tisch und wartete nur darauf die Beine irgendeines vorbeigehenden zu attackieren. Da sie nichts hört, hat sie sich nur auf das Sehen verlegt und damit ihr Sehzentrum überreizt. Hinzu kamen von der Familie zu gut meinte Beschäftigungen, die über den ganzen Tag verteilt wurden: Ein Programm von vier Stunden, bestehend aus Radfahren, Ballspielen, Joggen und sonstigem
Training überforderte Laila vollständig., obwohl die Besitzer ja eigentlich nur ihr bestes wollten.
Durch diesen hohen Stress hatte Laila ständig einen zu hohen Adrenalinspiegel, der folglich zu aggressivem Verhalten führen kann. Eine weitere hohe Belastung und ständiger Schlafmangel kam dadurch zu Stande, dass Laila nachts alle zwei Stunden ihre Blase entleeren musste. Dies ist auch zurück zu führen auf den hohen Adrenalinspiegel. Ausserdem erlaubte Laila dem Herrchen nicht mehr in der Nacht sein Schlafzimmer zu betreten, sie meinte das Frauchen vehement verteidigen zu müssen. Punktum die Situation eskalierte und ein Einschläfern wurde bereits von sogenannten Fachleuten empfohlen.
Dies brachten die Besitzer nicht über sich, denn sie liebten Laila über alles. So kamen sie wieder zu mir in den Einzelunterricht. Wir mussten auch in diesem Fall zweigleisig fahren. Die Therapie war unablässig, aber auch ein neues Verstehen für den Hund, um den Stress zu reduzieren. Viele Hundebesitzer wissen nämlich nicht, dass auch positiver Stress in Form von zu viel Beachtung, zu viel Spiel und Bewegung sich auf den Hund negativ auswirken kann. Daher reduzierten wir die Beschäftigung auf ein Maß von drei Stunden, variierend zwischen Spazieren gehen und geistiger Anforderung.
Auch visuelle Reize wurden dadurch einfach reduziert und sie konnte mehr ruhen.
Laila war unser heftigster Fall während der Therapie, da sie selbst uns angriff während den Sitzungen. Oft reichte die Leine nur knapp aus, um uns vor einem Biss zu bewahren. Scheinbar aus dem Nichts, wenn man sich entspannt hatte und die Konzentration auf den Hund etwas nachließ , kamen diese Angriffe. Nach drei Sitzungen hatten wir bereits große Erfolge.
Laila´s Stress ließ nach, die Überfälle auf ihre Besitzer nahmen ab und das nächtliche Gassigehen hörte auf. Nach weiteren drei Sitzungen war Laila wieder der alte liebenswerte Hund. Laila hatte den höchsten Stresszustand, den man sich bei einem Hund überhaupt vorstellen kann. Ohne Therapie hätte dieser Hund aus dem sogenannten OF Zustand nicht mehr herausgefunden.
Die Geschichte von Molly, 6 Jahre, einer Hündin aus dem Tierheim
Frau Kopf hatte Molly aus dem Tierheim ein neues Zuhause gegeben. Dort wurde sie als freundlich, gut erzogen und unproblematischer Hund gesehen. Doch nach kurzer Eingewöhnungszeit änderte sich Molly´s Verhalten schlagartig.
Molly rannte lautstark bellend auf alle anderen Hunde ihrer Umgebung zu. Hatten sich die anderen Hunde dann unterworfen, war scheinbar wieder alles in Ordnung. Die anderen Hundebesitzer fanden natürlich Molly´s Verhalten unmöglich, mit der
Zeit durfte sie immer weniger anderen Hundekontakt pflegen. In ihrer Not wandte sich Frau Kopf dann an uns.
Durch einige Trainingsstunden und dem Vermitteln der Calming signals hatte die Hündin ziemlichschneller gelernt freundlich auf andere Hunde zu zugehen. Alles schien perfekt, doch dann kam es doch anders: Molly war zwar jetzt zu anderen Hunden freundlicher, aber ihr Angstverhalten hatte sich letztlich nur verlagert. Jetzt waren es Menschen, die laut bellend von ihr attackiert wurden. Es schien eine aussichtslose Situation zu sein. Molly hatte einfach zu grosse Angst, das war das Dilemma. Nach weiteren 5 Sitzungen und drei spezifischen Nachsitzungen hatte Molly dann ihre Wut auf alles, was sich bewegt verloren. Interessant zu bemerken ist folgendes; Molly´s Wut war kontrolliert, wenn wir mir ihr geistiges Training machten. Hatte sie jedoch keine geistige Beschäftigung, fiel sie wieder in ihre alte Rolle zurück: Die Angst kam hoch und damit die verbundene Wut und Aggression. Es kann jedoch keine Lösung sein täglich mit seinem Hund 4 - 6 Stunden täglich geistig zu arbeiten. Den Grund für ihre Wut hatten wir später herausgefunden. Molly muss wohl früher bei ihrem ehemaligen Besitzer sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben, und das mit bestimmten Personen. Diese Erlebnisse
waren wohl sehr prägend für sie. Nur nachdem wir Molly in unser Therapieprogramm aufgenommen hatten, konnten wir diese tiefen Eindrücke wieder löschen. Für uns war Molly eine Bereicherung und der einzigste so heftige Fall in dieser Art.
Wir haben Molly sehr lieb gewonnen.
Die Geschichte von einer anderen Molly, einer ängstlichen Tibetterriermix Hündin
Veronika kam mit Molly zu mir in die Hundeschule um Einzelunterricht zu nehmen, nachdem sie einige Monate schon in einer anderen grossen Hundegruppe mit ihr trainiert hatte. Molly war ungefähr 9 Monate alt als sie zu mir kam, sehr ängstlich und kompensierte diese Angst mit Agressionsverhalten gegenüber anderen Hunde. In der alten Gruppe wurde sie regelmässig durch größerer und stärkere Hunde diszipliniert, sie hatte überhaupt kein Vertrauen mehr und benahm sich zunehmend panisch. Sämtliche Hundebegegnungen endeten schließlich in einem Fiasko: Molly wurde ein richtiger Dauerkläffer, auch wenn andere Hunde noch sehr weit entfernt waren. Auch Spielen mit ihrer Besitzerin lehnte Molly zunehmend ab. Das Vertrauen war durch die Hundegruppe gebrochen, da Veronika auch nicht eingreifen durfte, wenn Molly wieder von den größeren Hunden attackiert wurde. Durch zu harte Trainingsmethoden ist ein korrektes Bei Fuß Gehen heute noch für Molly sehr schwierig. Die Hündin war wohl durch das ständige Mobbing der anderen Hunde schnell in ein Überlebenssystem gefallen und konnte alle Anforderungen, die an sie gestellt wurden nur mehr negativ auf sich beziehen.
Wir entschlossen uns daher Molly schnellst möglich in unser Therapieprogramm auf zu nehmen. Nach den ersten drei Sitzungen in einem Abstand von je 1 Woche hatte sich Molly erstaunlich erholt: Lernen und Spielen machten ihr wieder Spaß und auch Hundebegegnungen liefen vorsichtig, aber ohne Gekläff und Panikattacken ab.
Kurze Zeit später wurde Molly jedoch nochmals von 2 großen schwarzen Hunden überfallen. Es kam zu keinem Beißvorfall, aber der Schreck hatte ausgereicht, dass jetzt alle grossen schwarzen Hunde auf Molly gefährlich wirkten. Wir brauchten noch mal 2 weitere Sitzungen um die Angst auf diese Situation aufzulösen. Wieder ein halbes Jahr später wurde Molly leider gebissen, zuerst wurde die Bisswunde gar nicht entdeckt. Die Besitzerin des Rüden meinte sogar nur, dass ihr Hund nur spielen wolle. Seit dem ist Veronika verunsichert, sehr vorsichtig und vertraut nicht mehr allen freilaufenden Hunden.
Der Biß hat sozusagen nicht nur eine körperliche, sondern auch eine seelische Wunde hinterlassen. Veronika nimmt jetzt Selbst Sitzungen um Hundebegegnungen wieder entspannter angehen zu können.
Molly und Veronika hatten insgesamt ein Jahr mit mir trainiert, weil es den beiden einfach gut tat und sie viel Spaß an dem Training hatten. Mittlerweile hat sich eine sehr schöne Freundschaft zwischen Molly, meinen beiden Hunden und Veronika und mir entwickelt.